Shock Loss: wenn nach der OP erst mal Haare ausfallen
Als Shock Loss bezeichnet man den Haarausfall, der wenige Wochen nach einer Transplantation einsetzt. Betroffen sind die verpflanzten Haare und gelegentlich auch vorhandene Haare rund um das Operationsgebiet. In den allermeisten Fällen ist das ein normaler Zwischenschritt.
Warum fallen die neuen Haare aus?
Weil der Haarschaft beim Umsetzen von der Blutversorgung getrennt war und deshalb abgestoßen wird. Der Follikel selbst bleibt in der Kopfhaut erhalten und geht in eine Ruhephase über. Verloren geht das sichtbare Haar, nicht die Wurzel.
Wann beginnt das?
Typischerweise zwischen der zweiten und der sechsten Woche. Manche verlieren die Haare fast vollständig innerhalb weniger Tage, bei anderen zieht es sich über Wochen. Beide Verläufe sind unauffällig.
Warum fallen auch eigene Haare aus?
Der Eingriff bedeutet Stress für die Kopfhaut. Haare, die ohnehin kurz vor dem Übergang in die Ruhephase standen, werden dadurch früher abgestoßen. Das betrifft besonders bereits geschwächte Haare zwischen den transplantierten.
Kommen diese Haare zurück?
Eigene, noch nicht vom Haarausfall betroffene Haare wachsen in der Regel wieder nach. Haare, die ohnehin kurz vor dem endgültigen Ausfall standen, kommen häufig nicht zurück – der Eingriff hat den Zeitpunkt vorverlegt, nicht die Ursache geschaffen.
Wann wachsen die neuen Haare?
Nach etwa drei bis vier Monaten beginnt das Wachstum, zunächst fein und ungleichmäßig. Nach sechs Monaten ist eine deutliche Verdichtung erkennbar, das Endergebnis zeigt sich nach neun bis zwölf, bei dichten Arealen nach achtzehn Monaten.
Lässt sich Shock Loss verhindern?
Vollständig nicht, denn er ist Teil des Zyklus. Schonende Technik, sorgfältige Kanalanlage mit Abstand zu bestehenden Haaren und eine ruhige Nachsorge verringern das Ausmaß. Bei bestehendem Haarausfall kann eine begleitende medikamentöse Therapie sinnvoll sein.
Wann ist es doch bedenklich?
Wenn der Ausfall über die sechste Woche hinaus anhält und großflächig auch entfernte Areale betrifft, oder wenn Rötung, Schuppung und Juckreiz hinzukommen. Dann sehen wir uns die Kopfhaut an und schließen andere Ursachen aus.
Wie kommt man durch diese Phase?
Mit realistischer Erwartung und Geduld. Der Monat drei ist erfahrungsgemäß der schwierigste, weil nichts zu sehen ist und die Zweifel wachsen. Fotos in gleichem Licht helfen mehr als der tägliche Blick. Mehr dazu: Haartransplantation.
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